ALIUD Pharma GmbH

MCP AL Tropfen

PZN 0045149
MCP AL Tropfen
Dieser Artikel ist außer Handel
Rezeptpflichtig
Rezepttyp:
Kassenrezept
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Produktdetails
Zusammensetzung
1ml Tropfen enthält
Wirkstoffe
  • 3.57 mg Metoclopramid
  • 4 mg Metoclopramid hydrochlorid
  • 4.21 mg Metoclopramid hydrochlorid-1-Wasser
Hilfsstoffe
  • Natronlauge zur pH-Wert-Einstellung
  • Salzsäure zur pH-Wert-Einstellung
  • Wasser, gereinigtes
  • Methyl-4-hydroxybenzoat
  • Propyl-4-hydroxybenzoat
Anwendungsgebiete

Das Präparat ist ein Mittel, das die Motilität (Bewegungsvorgänge) von Magen und Darm fördert und gegen Übelkeit und Erbrechen wirkt.

Es wird angewendet bei

  • Motilitätsstörungen (Bewegungsstörungen) des oberen Magen-Darm-Traktes
  • Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen (bei Migräne, Leber- und Nierenerkrankungen, Schädel- und Hirnverletzungen, Arzneimittelunverträglichkeit)
  • Diabetische Gastroparese (Muskelschwäche des Magens bei Zuckerkranken).
Dosierung

Nehmen Sie das Präparat immer genau nach der Anweisung des Arztes ein.
Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Erwachsene
- 3- bis 4-mal täglich 40 Tropfen (entsprechend 3- bis 4-mal täglich 10 mg Metoclopramidhydrochlorid)


Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosis der Funktionsstörung anzupassen.
Die folgenden Angaben gelten für Erwachsene.

- Kreatinin-Clearance bis 10 ml/min: 1-mal täglich 40 Tropfen (entsprechend 10 mg Metoclopramidhydrochlorid)

- Kreatinin-Clearance 11-60 ml/min: 1-mal täglich 40 Tropfen (entsprechend 10 mg Metoclopramidhydrochlorid) und 1-mal täglich 20 Tropfen (entsprechend 5 mg Metoclopramidhydrochlorid).


Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Leberinsuffizienz) mit Bauchwassersucht (Aszites) sollte wegen der verzögerten Ausscheidung die Dosis auf die Hälfte verringert werden.


Kinder und Jugendliche
Geben Sie das Präparat nicht an Kinder und Jugendliche, da die Anwendung bei diesen Patientengruppen nicht empfohlen wird. Sprechen Sie gegebenenfalls darüber mit Ihrem Arzt.


Behandlungsdauer:
Über die Dauer der Anwendung entscheidet der Arzt. Sie richtet sich nach der Grundkrankheit. Im Allgemeinen sind etwa 4-6 Wochen ausreichend.
Hinweis:
Bei längerer Behandlung mit dem Arzneimittel besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bewegungsstörungen. Die Dauer der Behandlung sollte daher 3 Monate nicht überschreiten.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Präparates zu stark oder zu schwach ist.

Überdosierung:
Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit dem Arzneimittel verständigen Sie bitte sofort einen Arzt.
Zeichen einer Überdosierung sind:
- Schläfrigkeit (Somnolenz)
- Verwirrtheit
- Reizbarkeit
- Unruhe bzw. Unruhesteigerung
- Krämpfe
- Störungen des natürlichen Bewegungsablaufes (extrapyramidalmotorische Störungen)
- Störungen der Herz-Kreislauf-Funktion mit Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie)
- Blutdruckanstieg bzw. -abfall.
Vereinzelt wurde über das Auftreten einer Methämoglobinämie (Verminderung der Sauerstofftransportfähigkeit aufgrund chemischer Veränderungen des roten Blutfarbstoffes) berichtet.

Hinweise für den Arzt:

Die Behandlung richtet sich nach den Überdosierungserscheinungen und dem Krankheitsbild. Gegebenenfalls können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
Die Behandlung von extrapyramidalen Symptomen richtet sich nach den Beschwerden (Benzodiazepine bei Kindern). Nach Einnahme hoher Dosen kann zur Entfernung von Metoclopramid aus dem Magen-Darm-Trakt ggf. eine Magenspülung vorgenommen werden bzw. medizinische Kohle und Natriumsulfat gegeben werden. Die Lebensfunktionen (Vitalfunktionen) sollen bis zum Abklingen der Symptome überwacht werden.

Vergessene Einnahme/Anwendung:
Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht mehr Tropfen ein als die verordnete Einzeldosis und setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.

Therapieabbruch:
Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, kann der Behandlungserfolg ganz oder teilweise ausbleiben bzw. sich das Krankheitsbild wieder verschlechtern. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, bevor Sie z.B. aufgrund des Auftretens von Nebenwirkungen eigenmächtig die Behandlung mit dem Arzneimittel unterbrechen oder vorzeitig beenden! Es sei denn, es treten Nebenwirkungen auf, die ein sofortiges Absetzen des Arzneimittels erfordern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Wechselwirkungen

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Das Präparat kann die Resorption (Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt) von anderen Stoffen verändern z.B.

  • die von Digoxin und Cimetidin vermindern
  • die von Levodopa, Paracetamol, verschiedenen Antibiotika (z.B. Tetracyclin und Pivampicillin), Lithium und Alkohol beschleunigen bzw. erhöhen.

Bei gleichzeitiger Anwendung des Arzneimittels und Lithium können erhöhte Lithiumplasmaspiegel auftreten.

Anticholinergika können die Wirkung des Präparates vermindern.

Bei gleichzeitiger Gabe des Arzneimittels und Neuroleptika (wie z.B. Phenothiazine, Thioxanthenderivate, Butyrophenone) können verstärkt extrapyramidale Störungen (z.B. Krampferscheinungen im Kopf-, Hals-, Schulterbereich) auftreten.

Bei gleichzeitiger Gabe von so genannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) kann es ebenfalls zu verstärktem Auftreten von extrapyramidalen Symptomen bis hin zu einem so genannten "Serotonin-Syndrom" (u.a. charakterisiert durch Veränderungen des Geisteszustandes wie Verwirrtheit, Erregtheit, unkoordinierte Bewegungen, Zittern, Durchfall und Fieber) kommen.

Die Wirkung von Succinylcholin kann durch das Arzneimittel verlängert werden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Bei Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Während der Behandlung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken.

 

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 Behandelten

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 Behandelten

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1000 Behandelten

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10 000 Behandelten

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10 000 Behandelten

Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz), bei denen die Ausscheidung von Metoclopramid eingeschränkt ist, ist besonders auf Nebenwirkungen zu achten und bei deren Auftreten das Arzneimittel sofort abzusetzen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Methämoglobinämie (Blockierung des roten Blutfarbstoffes für den Sauerstofftransport mit Auftreten von Atemnot und blauer Verfärbung).

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten: Depressionen.

Unter der Anwendung von Metoclopramid können Angst und Ruhelosigkeit auftreten.

Erkrankungen des Nervensystems

Nicht bekannt: Bestimmte Bewegungsstörungen (sogenannte extrapyramidale Symptome wie akute Dystonie und Dyskinesie, Parkinson-Syndrom, Akathisie)
Dies kann bereits nach Gabe einer einzigen Dosis des Arzneimittels auftreten.


Informieren Sie beim Auftreten von Bewegungsstörungen umgehend Ihren Arzt.
Die Bewegungsstörungen können sich z.B. äußern als:

- Blickstarre nach oben oder zur Seite

- Verkrampfung der Gesichts- oder der Kaumuskulatur und Vorstrecken der Zunge

- Verkrampfung der Schlund- und Zungenmuskulatur

- Schiefhaltung oder Verdrehung des Kopfes und des Halses und Überstrecken der Wirbelsäule

- Beugekrämpfe der Arme und Streckkrämpfe der Beine

- Zittern, Muskelsteifheit und Bewegungshemmung

- Bewegungsdrang und Unfähigkeit, still sitzen zu können.


Unter der Anwendung von Metoclopramid können Spätdyskinesien (bestimmte Bewegungsstörungen vor allem im Gesichtsbereich) auftreten, die sich nach Beendigung der Behandlung mit Metoclopramid möglicherweise nur sehr langsam oder nicht zurückbilden. Das Risiko hierfür steigt mit Ihrem Alter (insbesondere wenn Sie eine Frau sind), mit der Behandlungsdauer sowie mit der verordneten Dosis. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt wenn Sie bei sich Bewegungen feststellen, die Sie nicht kontrollieren oder unterdrücken können, wie z.B.

- Schmatzbewegungen

- Grimassen schneiden

- Mundverziehen

- schnelle Augenbewegungen

- Blinzeln

- unkontrollierte Fingerbewegungen.


Diese Beschwerden können auf eine so genannte Spätdyskinesie hindeuten.


Sehr selten trat unter Metoclopramideinnahme ein malignes neuroleptisches Syndrom (charakteristische Zeichen: Fieber, Muskelstarre, Bewusstseins- und Blutdruckveränderungen) auf. Der Arzt muss sofort verständigt werden! Als Maßnahmen werden empfohlen: Absetzen des Arzneimittels, Kühlung, Dantrolen und/oder Bromocriptin, ausreichende Flüssigkeitszufuhr.


Unter der Anwendung von Metoclopramid können Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit auftreten.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Unter der Anwendung von Metoclopramid kann Durchfall auftreten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nach längerer Anwendung kann es zu Gynäkomastie (Brustdrüsenschwellung), Galaktorrhö (spontane milchige Absonderung aus der Brustdrüse) oder Störungen der Regelblutung kommen; dann ist das Arzneimittel abzusetzen.

Untersuchungen

Nach längerer Anwendung kann es zu einer Prolaktinerhöhung kommen; dann ist das Arzneimittel abzusetzen.

Beim Auftreten von Nebenwirkungen informieren Sie bitte Ihren Arzt, damit er diese - sofern nötig - wie oben beschrieben behandeln kann und damit über das weitere Vorgehen entschieden werden kann.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht angegeben sind.

Patientenhinweise

Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich

Bitte beachten Sie folgende Hinweise und sprechen Sie gegebenenfalls darüber mit Ihrem Arzt:

  • Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung, bei denen die Ausscheidung von Metoclopramid eingeschränkt ist, muss besonders auf Nebenwirkungen geachtet werden und bei deren Auftreten umgehend der Arzt informiert werden, der das Arzneimittel sofort absetzen wird
  • Während der Behandlung mit dem Arzneimittel können bestimmte Bewegungsstörungen (sogenannte extrapyramidalmotorische Störungen) auftreten insbesondere z.B. bei hohen Dosierungen. Informieren Sie in diesem Fall umgehend Ihren Arzt.
  • Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung (Leberinsuffizienz) und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte wegen der verzögerten Ausscheidung die Dosis der Funktionsstörung angepasst werden.
  • Eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Das Präparat kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Sie können dann möglicherweise auf plötzliche und unerwartete Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol und sedierenden Medikamenten (so genannte Beruhigungsmittel).

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Gegenanzeigen

Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Metoclopramid oder einen der sonstigen Bestandteile sind
  • falls Sie bestimmte hormonabhängige Geschwülste (prolaktinabhängige Tumoren) haben
  • wenn Sie unter einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) leiden
  • bei mechanischem Darmverschluss
  • falls Sie unter einem Darmdurchbruch leiden
  • falls Sie Blutungen im Magen-Darm-Bereich haben
  • von Epileptikern
  • wenn Sie unter Störungen des natürlichen Bewegungsablaufes (extrapyramidalmotorische Störungen) leiden
  • von Neugeborenen
Schwangerschaft und Stillzeit

Das Arzneimittel sollte während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft und in der Stillzeit nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen.

Im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft soll das Präparat nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes angewendet werden.

Anwendung

Tropfen werden zu den Mahlzeiten eingenommen.

Zum Tropfen die Flaschenöffnung senkrecht nach unten halten und gegebenenfalls leicht auf den Flaschenboden klopfen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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